Hier finden Sie Notizen und Fotos aus meiner täglichen Arbeit. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. (Man kann die Fotos auch anklicken. Alle Rechte bei mir. . .) Dieses oder jenes mag Ihnen zuweilen etwas privat vorkommen: Diese Grenze gibt es aber für mich selbst nicht. siehe auch: wortvision

Norah Jones trifft den Ton

Dass sie eine schöne Frau ist, schlagfertig, intelligent und von unglaublicher Begabung, kann man, seit Norah Jones dritte Scheibe „Not too late“ (nicht zu spät) erschienen ist, wieder überall lesen. Warum ihre Musik gefällt: Sie ist im Kern eine Rückkehr zu den Wurzeln, weil sie auf allen Schnickschnack verzichtet. Norah Jones hat es geschafft, aus vielen Einflüssen – Country-Klänge, Jazziges – ihre ganz eigene, musikalische Sprache zu formulieren, und das gleich mit ihrer ersten Platte.
Das trifft auch auf die neue Scheibe zu. Es sind 13 Songs, viele davon nun auch aus der Feder Jones’. Es sind Balladen, Liebeslieder – und Politik kommt auch vor. Wer die anderen CDs  der Künstlerin kennt, findet viele bekannte Namen wieder: Daru Oda (vocals), Lee Alexander (Bass), Adam Levy und Robby McIntosh (Gitarren), Andrew Borger (drums) – auch Kevin Breit (Mandoline)  und Richard Julian (Gesang) sind unter den Musikern.
Manche der Stücke gehen schon beim ersten Hören ins Ohr, ohne flach zu wirken: „sinkin’ soon“ ist ein Beispiel, es hat das Zeug zum Hit. Jones und Lee Alexander (der die Scheibe auch produziert hat) haben es geschrieben; ironisch spielt der Text mit allen möglichen Idyllen – wie der Honig im Tee, der Zucker im Kaffee werden wir bald versunken sein, heißt es. Auch das vielfach schon als Video zu sehende „thinking about you“ geht gut ins Ohr. Das Eröffnungsstück „wish I could“ kam mir beim ersten Mal dagegen eine Spur zu süß vor. Doch die Jones ist, alles in allem, durchaus nicht süß, schon gar nicht süßlich. Sie entwickelt die Formensprache ihrer Musik konsequent weiter, das Gleichgewicht zwischen Wiedererkennungswert und neuen Tönen stimmt. Fazit: Beim Gang durch den Laden nicht liegenlassen.
(2007)

Norah Jones
Not too late
Blue note 0946 3 82035 2 0

freitags

Ich wische meine Küche, mein Wohnzimmer. Radio läuft, draußen ist es dunkel, das Telefon ist still, der Computer auch. Sag mir, was Du tust, was Dich beschäftigt, stört.

Schreien, anschreien, schimpfen, dazwischenbrüllen, einen Wutausbruch haben, unglaublich auf den Tisch hauen, meine Sachen zurückfordern, grußlos an Dir vorbeigehen, die Reifen quietschen lassen, wenn mein Auto an Deiner Ampel steht – alles ist in Ordnung. Schweigen ist eine Katastrophe, finde ich.

Ich musste mal


Musste dann doch mal raus: Auto freilegen, was ausprobieren, Schneeluft schnuppern. Manches, blöde Verbotsschilder zum Beispiel, deckt der Schnee gnädig zu. Anderes bleibt wohl, so ist das nun mal.

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Jetzt aber


Nun ist doch noch Winter geworden. Vielleicht ist auch die Hoffnung, dass es besser wird, unter dem Schnee begraben? Gegen allzu viel Traurigkeit spricht, dass dieser Blog die Grenze der 5000 Zugriffe übersprungen hat, das ist schön.

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Dritter September, da schau

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Die Gegend ist schön. Wir sind ein paarmal da gewesen, mal mit dem Auto, dann wieder mit dem Fahrrad. Diesmal hielt ich an, wollte ein paar Fotos machen, weil die Sonne so schön unterging. Ein paar Meter weiter kam eine Familie schwatzend mit ihren Rädern aus einem Seitenweg heraus, dann stoppten wir an einer Brücke. ich würde gern mit Dir an Sonnenuntergängen und Brücken herumziehen. Dann den Weg weiterfahren bis zur Schranke, mich dann tierisch aufregen, dass Du nicht genau gelesen hattest, was ich Dir schrieb.

Was sind Phantomschmerzen? Nichts Angenehmes. Oder andersherum gefragt: Was bedeuten für Dich die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit? Schiebst Du sie weg, lässt Du sie an Dich heran?

Nein, ich kann nicht nach V. fahren oder nach P. Ich kann nicht so tun, als ob mich das alles nichts angehen würde, was dachtest Du denn.

Sommerblick zurück

Irgendwann war ich, auf dem Heimweg, in N. ausgestiegen um zu fotografieren: für ein paar Stunden an diesem Tag, in den nächsten Tagen dann wieder, war mir leichter. Konnte ich endlich sehen, wie viel ich selbst zu bieten hatte. Nicht so notgedrungen – frei, angenehm und in dem Wissen, dass Du mir vertraust.

Was hilft es zu fragen, ob das alles stimmt, richtig war – es fühlte sich gut an.

Ich warf Dir eine Kußhand nach, als ich mich an der S-Bahn von Dir verabschiedete und Du davon gefahren bist. Das ist solange her, und ich habe Dich seitdem nicht mehr gesehen.

Jeder Mensch ist nur einmal da

Du hast, bei aller Lebendigkeit, so viel Ruhe ausgestrahlt, mir Mut gegeben. Ich brauche niemand etwas beweisen, wirke aus mir selbst, hast Du gesagt, als wir im Auto saßen am L-Markt. Das ist, was den Verlust ausmacht: Diese Sätze werde ich nie mehr hören, ich kann mich nur an sie erinnern.

Du hast mir zu neuen Höhen und Tiefen geholfen; ich konnte einfach mein Herz öffnen und auch für andere Menschen Zeichen setzen. Das war wunderschön, weißt Du, und ich würde im selben Moment wieder so handeln.

Nichts kann diesen Verlust ersetzen, niemand. Es geht überhaupt nicht darum, von einem anderen Menschen abhängig zu sein; das trifft es nicht, überhaupt nicht. Wärme, Herzlichkeit, Zuneigung, Geborgenheit in nicht gekannter Intensität, das Gefühl, den Himmel auf Erden zu erleben – das macht mich verletzlich, wehrlos. Und führt in Versuchung.

„Wir sind geboren/um frei zu sein“ – Du warst, völlig zu recht, begeistert. Aber hast Du nicht gesehen, dass auch Rio Reiser nicht ohne andere Menschen konnte, nicht ohne ihre Liebe, Hingabe? „Dass die Menschenseele auch im größten Leid/nur nach einer andren Menschenseele schreit. . .“ – das ist es wohl. Wo bist Du geblieben?

Gute Idee: Avatar als Benefiz

Das Kino am Dammtorbahnhof war Schauplatz des Geschehens.

Die 3D-Effekte sind schon ziemlich irre: „Avatar“ in der monumentalen Dreistundenfassung flimmerte gestern im Cinemaxx über die Bühne. Es ist die alte Amerika-Geschichte neu erzählt: ein Ureinwohnervolk auf Pandora wird, weil man an ihre Bodenschätze will, ziemlich rücksichtslos vertrieben. Wäre da nicht Jack: der eigentlich querschnittsgelähmte Ex-Marine schlüpft mit technischer Hilfe in einen anderen Körper, wird Freund der Baumbewohner, verliebt sich in seine Lehrmeisterin und setzt sich letztlich an die Spitze des Widerstands. Zwar sterben viele Menschen, letztlich siegen aber die Ureinwohner über die hochgerüsteten, infam-brutalen Amerikaner. Ein irrer Streifen.

Der eigentlich schon längst aus den Kinos ist. Was die Braun-Brüder vom Miniaturwunderland animierte, das Kino zu mieten und den Film zugunsten eines Schulprojekts auf Haiti zu zeigen. 500 Leute waren da, es gab am Ende Beifall auf offener Szene. Eine gute Idee, die nächste Vorstellung steht an.

Mittwochsgang, etwas eilig

25. Januar 2012 1 Kommentar
Schnell unterwegs auf ein paar Schritte in die Stadt, das hier mit gebracht, schaust Du.
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dienstags, allein

DU KANNST ES UNBESCHEIDEN NENNEN, VON MIR AUS AUCH SELBSTGERECHT. DU KANNST MICH VERFLUCHEN, MICH VERACHTEN, AUCH ZU SPOTTEN, KANN ICH DICH NICHT HINDERN – DAS SOWIESO NICHT, DICH SCHON GAR NICHT. ICH AHNTE NOCH NICHT SOFORT,DASS DIE BEGEGNUNG MIT DIR MEIN LEBEN AUS DEN FUGEN HEBEN WÜRDE, LANGE BLIEB ICH BESCHEIDEN UND SAGTE, WENN ZWISCHEN UNS EINE FREUNDSCHAFT WACHSE, SEI DAS SCHÖN UND DAZU WERDE ES AUF JEDEN FALL KOMMEN. ABER ALS  AUCH DU DEINE ZURÜCKHALTUNG AUFGEGEBEN HAST, ZUGLEICH EINFÜHLSAM BLIEBST UND NEUGIERIG WURDEST, FAND ICH DAS WUNDERBAR: ICH GING AUF EINE DRINGENDE REISE , UND DU HAST BEDAUERT, FÜR TAGE NICHTS VON MIR ZU HÖREN. ALSO GAB ES EINEN GRUND MEHR, MEINEN KLEINEN COMPUTER MITZUNEHMEN, DER SEINEN SPITZNAMEN VON DIR NOCH NICHT HATTE, UND WIR TELEFONIERTEN LANGE.
SOWAS DARF MIR FEHLEN. ICH DARF BEDAUERN, DASS ICH KEINE MÖGLICHKEIT MEHR HABE, MIT DIR ZU REDEN: DICH AUSZUHALTEN, DIR VIELLEICHT WIDERSTAND ENTGEGEN ZU SETZEN UND IMMER WENIGER ANGST. ICH WEISS NICHT MEHR, WELCHE CHANCEN ICH NOCH HABE. SPIELER MISCHEN DIE KARTEN UND TEILEN NEU AUS – ICH HABE NOCH NIE GERN GESPIELT; ICH HABE ES IMMER ERNST GEMEINT.
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