Was tut sich in Batzenhäusle?


Stationen der Bahn * Der Haltepunkt an der Elztalbahn wurde taleinwärts verlegt

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Dieses Foto ist noch vier Jahre älter als der Beitrag und stammt von einer Sonderfahrt aus dem Jahr 2001. Es wurde nicht in Batzenhäusle, sondern im Waldkircher Bahnhof aufgenommen. Foto: fbt

Ja, diese Station war etwas, um morgens noch halb träumend in die Regionalbahn nach Freiburg zu klettern: ein ungepflasterter Bahnsteig, das Bahnhofshäuschen zu und vor sich hindämmernd, daneben ein kleiner Unterstand mit Fahrkartenautomaten, sonst nichts. Batzenhäusle, im südbadischen Waldkirch an der Grenze zum Ortsteil Buchholz (Baden) gelegen, hatte etwas. Das ist bald drei Jahre her.

Doch der Haltepunkt an der Elztalbahn sollte weg. Ein paar hundert Meter weiter zur südbadischen Stadt Waldkirch hin, vis-á-vis von drei Hochhäusern, auf der anderen Seite ein Wohnviertelchen mit Ein-Familien-Häusern. Denen fehlte sowieso eine vernünftige Verbindung ins „Städtli“, wie man das kleine Waldkirch unter Einheimischen nennt. Heute, gut zwei Jahre, nachdem die Breisgau-S-Bahn die Elztalbahn sehr erfolgreich wieder in Schwung gebracht hat, ist vom alten Haltepunkt Batzenhäusle fast nichts mehr zu sehen. Das Bahnsteigle, von dem man die teilweise prächtig wachsenden Gärten der Nachbarschaft bewundern konnte, ist weg – dafür das Bahnhofshäuschen herausgeputzt und renoviert und ein Garten entsteht davor. Der neue Haltepunkt Batzenhäusle ist aus dem „DB-Regal“ in die Strecke appliziert worden: Pflaster vom feinsten, ein Glasunterstand, Fahrradständer, eine Bushaltestelle war schon da, Parkplätze sind noch ein paar dazu gekommen. Nun brummen halbstündlich die Regioshuttle der Breisgau-S-Bahn herbei, und die Züge sind belebt. Romantik ist dahin, Praxis eingekehrt.

Die Frage nach dem Ortsnamen löst unter ortshistorisch Bewanderten Betriebsamkeit aus. Endgültige Antworten gibt es nicht: Nur wenige Schritte vom alten Batzenhäusler Haltepunkt habe sich eine Grenzstation zwischen Vorderösterreich und Baden befunden, wo man seinen „Batzen“ Zoll entrichten musste, ist eine Version. Andere meinen, in einem Wirtshaus sei Wein gegen einen Batzen ausgeschenkt worden. Der Batzen war Zahlungsmittel vom 15. bis 17. Jahrhundert in der Schweiz und Süddeutschland. Heute, immerhin, ist die nächste Grenzstation eine Bahnstunde entfernt. Wenigstens ein Fortschritt.

(2005)

 

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