So ist das eben


so ist das ebenWenn ich jetzt diesen Aufzug verlasse und in meine Wohnung gehe, werde ich allein sein. Ein paar Stunden kann ich einigermaßen überstehen: ein Sonntagsessen kochen, es genießen. Ich lege mich schlafen, lasse den Fernseher seine Geschichten erzählen. Dann klingelt das Telefon: ein wenig Plauderei – ich leg mich in die Sonne, sagt sie am anderen Ende der Leitung. Was kommt dann? Abwaschen, ein wenig putzen, im Internet herumsurfen, arbeiten. Die Stille ist bleiern, auch die alten Lieder helfen nicht mehr: „Show must gon on . . .“ – letztlich nehme zwar das Makeup Schaden, aber es müsse eben weitergehen, singen sie. Was tun, wenn es immer wieder stehenbleibt? Wenn auf einen Tag mitten im Geschehn wieder die bleierne Einsamkeit folgt? Mein Herz erreicht so ganz wenig und bleibt dort. Wer will schon wirklich füreinander einstehen, ohne Netze und Hintertüren. Mir kommt die Geduld komplett abhanden, die Gelassenheit und die Lebenslust, wenn ich am Ende des Tages immer nur auf mich alleine angewiesen bin. So wenig gelingt wirklich, und schon gar nicht auf Dauer. Ich soll nicht so grimmig schauen, sagen manche. Es ist der letzte Versuch, nicht zugrunde zu gehen. „Die Schwebe des Lebendigen“, von der Max Frisch so schön geschrieben hat, ist zur großen Ausnahme geworden. Weil ich nicht genüge. Oder was?!

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