Brief vom Vermieter, äh: Altpapier


briefkIch muss mich erst wieder daran gewöhnen, Post zu kriegen. Rechnungen, Zeitungen, nette Zeilen und Briefe von meinem Vermieter. Das ist insofern von Bedeutung,. weil jenes Unternehmen meine Briefe, Mails und sonstige Bemühungen zu ignorieren pflegt. Noch mehr: Die Prosa der Herrschaften verschafft ästhetischen Genuss, sie ist die intellektuelle Höhe, und es fehlt nicht viel, dass sie demnächst ergriffen vor Klagenfurter Jurys dargetan wird.

So sei „uns bekannt“ geworden, „dass einige Bewohner ihre Hygienertikel unsachgemäß durch das WC entsorgen“. Ja, gibt’s das? Wer hat es Euch gesteckt? Und in welcher der knapp 90 Hütten unseres Hauses hocken solche Ferkel? „Im Interesse aller Bewohner“ solle darauf geachtet werden, derlei „fachgemäß in den dafür vorgesehenen Müllbehältern zu entsorgen“. Und weiter: „Es liegt an Ihnen den Müll sachgemäß zu entsorgen und somit das Rohrsystem zu entlasten und Verstopfungen der Rohre vorzubeugen“. So knattert es, zwei (!) Menschen schreiben das und lassen die Fehler drin, ein Briefträger schafft es ins Haus. Hach!

Fürwahr, so liest sich schöne Prosa. Sie bringt das unerhörte Ereignis – Damenbinden im Klo – auf wenige Absätze: kaum ein Wort zu viel. Wir teilen das dargetane Bedauern, derlei erfahren zu müssen – wieder was für’s Altpapier.

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