Nun ist es bald soweit


erntedank 201507Diese kleinen „Butscher“, samt und sonders gute Sänger, werden eher wenig daran beteiligt sein, wenn am Sonnabend und Sonntag Daniel Stickans Wassermusik, die er eine „Kantate über die Schöpfung, Aggregatzustände und das Mysterium der Trinität“ nennt, ihre Uraufführung in der Hamburger Hauptkirche St. Petri erfahren wird. Es singt die Hamburger Kinder- und Jugendkantorei, die Leitung hat Kantorin Sabine Paap und der Komponist wird diverse Tasteninstrumente spielen.

Am vergangenen Wochenende hatte ich das Vergnügen, mit ein paar Kindern aus der Truppe zusammen öffentlich zu singen. Und das klingt dann so:

erntedank 201509

Die Gemeinde im Hamburger Hafenmuseum.

Sie ist vielleicht fünf, höchstens sechs Jahre alt: schwarze Haare, streng geflochten mit Blumenreif, auch die Lederjacke in der gleichen Farbe. Diese, zu klein geratene Lady singt, wie es die Regel will, lässt beim „a“ den Unterkiefer fallen und spitzt die Lippen beim „o“. Keine Frage, dass sie und ihre Nachbarn die Texte können – immerhin ein leicht abgewandelter Matthias Claudius ist dabei – und das Repertoire der Mädchen und Jungs der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei ist ziemlich umfangreich und die gründliche, musikalische Bildung durchaus sichtbar. Wäre es übertrieben, zu behaupten, dass unter diesen Kindern viele schon „fertig“ sind? Persönlichkeiten, die sich auf der Bühne routiniert und konzentriert geben? Die ganz Kleinen, krähfröhlichen Zimbelsternchen, sind nur minimal verträumter, hier und dort stehen sie so, wie sie eingezogen sind, nämlich Hand in Hand und folgen aufmerksam ihrer Leiterin, Sabine Paap.

Die sät inständig, und bei den Größeren geht das längst auf; und schon lange ist das, was die Kantorin tut, über das Scheinbar-vorläufige eines Projekts hinausgewachsen. Es ist musikalische Bildung, die nicht unbedingt die entrückte Hochklassik der ewigen Oratorienreproduktion zum Ziel hat, aber ganz offensichtlich den Beteiligten Momente ermöglicht, die so etwas wie Glücksgefühl auf Vorrat produzieren, und das ist, wie man weiß, schon viel.

Dass, ist eine Arbeit so angelegt, CDs dabei herauskommen, überrascht nicht mehr. Zusammenarbeit mit anderen Ensembles, das eigene Programm mit wiederkehrenden Veranstaltungen, Gottesdiensten, Reisen, auswärtigen Auftritten, gehört ebenfalls dazu. Und schließlich gibt es ein ganzes Netzwerk unterstützender Veranstaltungen, ohne die das Arbeiten nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich wäre. – Hin und wieder bei passender Gelegenheit mitzusingen, macht Freude, regelmäßig zuzuhören, gehört längst dazu.

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Kinder der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei Mitte September in der Katharinenkirche

Die Wasserkantate ist Teil eines sechs Monate währenden Projekts, an dem auch die Hamburger Liedertafel von 1823 gemeinsam mit Prof. Helmut Gärtner beteiligt war. Unter dem Titel „Das Meer und die See“ gab es eine schöne Mischung von Texten und Musik, die das Publikum freute.

Ebenfalls neu war und ist ein Crowdfunding-Projekt: Hier sollen die Kosten für die anstehende CD-Produktion eingespielt werden.

Noch einmal die Termine: 10. Oktober, 15 Uhr, Uraufführung der Wassermusik in der Hauptkirche St. Petri, Eintritt frei.

Abschlussgottesdienst Wasserfest mit Aufführung der Wassermusik, 11.10. 11 Uhr, Hamburger Hauptkirche St. Katharinen

Dass man in Hamburg seine eigenen Assoziationen zum Wasserthema hat, ist klar. Schaut mal hier:

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