Zum Abschied von Martina Severin-Kaiser


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„So spricht Gott der Herr, der Dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ Dieses Zitat aus dem Alten Testament der christlichen Bibel steht auf einem schön hergerichteten Gedenktisch für Hauptpastorin Martina Severin-Kaiser in der Kapelle des Ökumenischen Forums an de Shanghaiallee. Hier in der Hafencity leben und arbeiten Menschen, die eng mit Martina Severin-Kaiser zusammenarbeiteten, oft ist seit ihrem plötzlichen Tod das Wort „Freundin“ zu hören. Auch in der Ökumenischen Segensfeier zur Eröffnung des neuen Lohseparks, die am Sonntagnachmittag stattfindet, wird der plötzlich verstorbenen Theologin gedacht.

wobla st petriDass sie in der Petri-Kirche zusammen mit der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei einen Familiengottesdienst zu Johannes dem Täufer feierte, ist erst wenige Wochen her. Martina Severin-Kaiser fand in der damaligen Feier, an der viele Kinder mit ihren Eltern teilnahmen, sehr klare und bildhafte Worte, die nun, nach ihrem plötzlichen Sterben, für die, die damals dabei waren, ganz anders klingen: Jeder, so sagte sie damals, sei auf andere Menschen angewiesen. Und auch der Kanon „Der Himmel geht über allen auf“, den die Gemeinde damals sang, hat heute einen anderen Klang bekommen.

Diese Gemeinsamkeit ist für Martina Severin-Kaiser ein ganz besonderes Anliegen gewesen – seit 2004 war sie Ökumenebauftragte der Nordelbischen Evangelischen Kirche und bleib es, als die Nordkirche entstand. Bis Ende 2015 leitete sie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg und war im Ökumenischen Forum Hafencity, dem derzeit 20 christliche Kirchen Hamburgs angehören, eine wichtige Stimme. Seit Anfang des Jahres war sie Hauptpastorin in St. Petri und hatte gerade begonnen, ihre eigenen Akzente zu setzen – ein Weg, der nun abbricht.

Martina Severin-Kaiser wurde 1959 in Eutin geboren. Nach ihrer Schulzeit in Lübeck studierte sie Theologie und Geschichte in Münster, Tübingen, Jerusalem und Hamburg. Sie arbeitete in Jerusalem in interreligiösen und ökumenischen Initiativen und kam dann als Pastorin für acht Jahre nach Steilshoop. Von 1996 bis 2004 war sie mit ihrem Mann gemeinsam Pastorin der deutschsprachigen Gemeinde von Brüssel und der Wallonie. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost zitierte sie am Wochenende mit dem Satz, eine Kirche mit Zukunft müsse wissen, wie sie mit der religiösen Pluralisierung auf der einen und dem zunehmenden Bedeutungsverlust der Kirche auf der anderen Seite umgehen wolle.

Martina Severin-Kaiser hinterlässt ihren Mann und drei Kinder. Bislang ist nicht bekannt, wann ihre Beerdigung stattfindet. Dass sich die Hauptkirche St. Petri eine neue Hauptpastorin suchen muss, ist nur ein Zeichen des großen Verlustes, den Hamburger Christen beklagen.

 

 

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