Bitte keine Weihnachtswünsche



„Besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Deiner Lieben…“ – so oder ähnlich klingen die Wünsche, die der saisonale Tsunami mir in die digitalen Postfächer und Accounts spült. WTF? Was ist „besinnlich“? Herr Duden meint, es handele sich um etwas, das mit den Worten „nachdenklich; beschaulicher, geruhsamer Besinnung dienend“ umschrieben werden könnte. Besinnung worauf? „Holder Knabe im lockigen Haaaaar“ dröhnt es allenthalben: Dabei war Jesus nach der Geburt in einer dreckigen Futterkrippe verwahrt worden – ungewindelt. Womit auch immer sie in Bethlehem die ersten Produkte seiner Verdauung aufgefangen haben mögen: Weihnachten kann mich mal.Die Lieben feiern eh woanders, im Fernsehen wird hauptsächlich „Eididi“-Schrott kommen, Freunde sind beschäftigt. Mir kommt es jedes Jahr immer mehr so vor, dass Weihnachten das verlogenste Fest ist, dass gefeiert wird: übrigens mit dem üblichen Krieg, widerlicher Abwehr der Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge, einem anwachsenden Berg kaum zu entsorgenden Papiermülls (wahrscheinlich ist in dem ganzen Geschenkpapier unendlich viel Plastik), Streit dort, wo man nicht allein ist, Enttäuschungen ohne Ende. „Is zat you, Santa Claus?“ Für mich sind die „stillen Tage“ nur mit Jazz zu ertragen (was ich sonst zu mir nehme, schreibe ich hier nicht). Ach ja: bitte keine Weihnachtswünsche, lasst es einfach bleiben.

 

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