Das willst Du nicht sehn


all die Tränen morgensall das Schwarzund die ausbrechendeDunkelheit die ausgeblasenen Kerzendie Spinnwebenund den Staubauf meiner Seele die vergebliche Müh‘den verzweifelten Schlaf,die Flüche, die Wutund das Ausbleibender Heiterkeit die tonnenschwere Stilledas ausgesperrte Lichtdas Alleinsein Das willst Du nicht sehnglaub mirdas willst Du nicht

So viele böse Geister kann es ja gar nicht geben


Es murmelt, dann pfeift es. „Toktoktoktok““ – das kommt aus der nächsten Straße. Ich gehe durch eine Fußgängerzone in Billstedt, es nieselt – sonst stänke es infernalisch – drei Stunden vor Mitternacht. Dann rummst es, einmal kurz, der Knall wird von den Hauswänden verstärkt, zurückgeworfen, vervielfacht. Raketen zerreissen den Himmel, Pfiffe ziehen durch die Nacht,…

Was heißt „besinnlich“?


ein paar unfreundliche Marginalien zum aktuellen Datum Ein „besinnliches“ Weihnachtsfest „im Kreise deiner Lieben“ – so ähnlich quillt es aus allen Spalten, Poren, Löchern, Absätzen – aus Mails, Whatsapp-Nachrichten, auf Facebook, Instagram, also schlicht überall: Es ist einfach zu viel. Was, zum Geier, will das Wort „besinnlich“ bedeuten? Herr Duden spricht von „nachdenklich“, der Besinnung…

Schweigen


Nichts gar nichts weniger als das gelöscht gestrichen ausradiert Nicht mal zurück genommen schon gar nicht korrigiert Auch nicht die Tür vor der Nase zugemacht Hier waren nie Fenster keine Tür kein Wort keine Geste mehr Und keine letzte Zeile